Betroffenenanfragen: Was Sie wissen müssen
„Ich möchte wissen, welche Daten Sie über mich verarbeiten" – diese Anfrage landet heute häufiger in Ihrem Postfach und wird dabei immer komplexer. Betroffene nutzen spezialisierte Rechtsdienstleister, stellen detaillierte Nachfragen oder lassen sich durch Dritte vertreten. Was früher eine einfache Standardantwort war, erfordert heute präzise Vorbereitung.
Die wichtigsten Herausforderungen:
Fristen richtig verstehen: Sie haben einen Monat Zeit ab Antragseingang – aber „unverzüglich" bedeutet nicht „einen Monat lang Zeit lassen". Nach einer Woche ohne besondere Umstände ist grundsätzlich keine Unverzüglichkeit mehr gegeben. Bei komplexen Anfragen können Sie die Frist um zwei weitere Monate verlängern, aber nur mit konkreter Begründung.
Identitätsprüfung – wann ein Ausweis nötig ist: Bei Betroffenenanfragen reicht oft bereits eine einfache Identitätsprüfung über die dem Unternehmen bekannten Daten aus. Ein zusätzlicher Identitätsnachweis (wie Personalausweis) ist nur erforderlich, wenn begründete Zweifel an der Identität bestehen.
Dies ist insbesondere der Fall bei:
- Anfragen über unbekannte E-Mail-Adressen oder Kanäle
- Verdacht auf Identitätsmissbrauch
- Wenn nur wenige identifizierende Informationen vorliegen
- Bei besonders sensiblen Daten
Verfügen Sie beispielsweise bereits über Anschrift und Telefonnummer des Betroffenen, ist damit normalerweise eine hinreichend sichere Identifizierung möglich.
Vertretungsregelungen: Betroffene können sich vertreten lassen – aber nur mit entsprechender Vollmacht. Eine pauschale Ablehnung ist nicht zulässig. Bei Vertretung zusätzlich zur Identitätsprüfung des Vertreters benötigen Sie immer eine gültige Vollmacht. Eine normale Anwaltsvollmacht enthält bereits die Befugnis, Erklärungen gegenüber Behörden und Unternehmen abzugeben und zu empfangen.
Ihr praktisches Vorgehen:
➡️ Prozesse definieren: Legen Sie fest, wer in Ihrem Unternehmen Betroffenenanfragen bearbeitet und sorgen Sie für klare Zuständigkeiten.
➡️ Dokumentation sicherstellen: Halten Sie alle Schritte schriftlich fest – das hilft bei Nachfragen oder Beschwerden.
Bei offensichtlich missbräuchlichen oder übermäßigen Anfragen können Sie Grenzen ziehen – aber jede Anfrage muss geprüft werden.
Eine verspätete Auskunft kann teuer werden. Auskunftsanfragen können komplex sein, besonders dann, wenn Datenkopien verlangt werden. Leiten Sie diese Anfragen gerne direkt und unverzüglich via info@vicotec.de an uns weiter, um Schadensersatz und Bußgelder zu vermeiden.